Saturday, October 14, 2006

Dallas? Relativ.

Die Ueberschrift verraet es. Unser Reiseziel des letzten Wochenendes. Die Reisegruppe: 4 Chilenen, 2 Spanier, 1 Peruaner, 1 Japaner und -natuerlich- 2 crazy German girls! 10 Leute, 2 Autos. Auf geht es. Freitag, 6.10. 2006, 9 Uhr geplante Abfahrtszeit. Geplante! Zeit ist relativ. Das wurde uns gelehrt. Tatsaechliche Abfahrtszeit: 14 Uhr. Das Reisegefuehl: Grossartig. Roadtrip-feeling. Ein paar Huegel. Viele Pferde. Steppe. Nichts. Und trotzdem hat es so gut getan. Viele Autos. Haette auch eine Voelkerwanderung sein koennen. Grund fuer selbige: Footballspiel (University of Oklahoma gegen Erzfeind Texas). Unser persoenlicher Grund mitzuwandern: Raus aus Norman. Verrueckte Amerikaner in Dallas beobachten. Mitmischen. Vorlaeufiges Ziel: Super Motel 8. Wie finden? Keine Karte (selbige ist in dem Auto unserer anderen Mitreisenden). Einmal falsch abgebogen. Resultat. Verloren. Auf dem Highway. Fuer 2 Stunden. Endlich da! Ploetzlich: 3 Polizeiautos naehern sich uns. Die Cops: Koennen vor Kraft kaum laufen. Schaffen es trotzdem bis zu uns. Wollen wissen was wir machen. ????? Die eigentlich Frage waere wohl eher, was die Cops machen. Krass! Wurden gerufen, weil unsere nicht auf dem Highway verloren gegangen Freunde 2 Stunden auf uns gewartet haben. Schoen, dass offensichtlich keine anderen Probleme existieren. Kurz frisch machen. Auf in die City! Dallas! Unglaublich viele Menschen. Trommelfelle werden erheblich strapaziert. Texas Fans schreien Oklahoma Fans an. Oklahoma Fans bruellen zurueck. Wir mitendrin. Warum mache ich so etwas immer wieder mit? Ich muss verrueckt sein. Nehme die Beobachterrolle ein. Die Erkenntnis: Die anderen sind verruecker. Irgendwann: Rueckreise ins Motel. Nein, nicht schon wieder! Lost again! Wieder fuer 2 Stunden auf dem Highway. Ploetzlich Rot-Blaues Licht im Rueckspiegel. Wieder Polizei! Haben durchgezogene Linien ueberfahren! Helfen uns aus unser misslichen Lage. Erklaeren uns, dass wir uns schon nicht mehr in dem abgebildeten Bereich unserer (neu erworbenen) Karte befinden.
Naechster Tag. Spieltag. Wollen das Spiel auf einer Leindwand irgendwo in der Masse anschauen. Denken Alin und ich, bis wir mit unseren Spanisch sprechenden Freunden in einem Nobelviertel von Dallas landen. Was, ihr habt nicht gewusst, dass wir das Spiel hier schauen? Witzig. Natuerlich nicht. Koennte daran liegen, dass selbiges nur in Spanisch besprochen wurde. Aber gut. Diesmal kein Geschrei, dafuer Amerikanisches Nobelleben. Im Wohnzimmer ein Fernseher von ca. 1,5 x 1 m. Wer will kann auch hoch gehen, dort steht der grosse Fernseher! Ahh, ok. Groesse ist auch relativ. Das Haus: Riesig, geschmacklose Eiche rustikal Anbauwaende. Teuer. Eigenes Kino. Pool. Sehr nette Menschen. Bekochen 10 Austauschstudenten, die sie noch nie zuvor in ihrem Leben gesehen haben. Oklahoma verliert. Wir gehen einkaufen. Habe amerikanische Werte wohl wirklich schon internalisiert. Shopping macht gluecklich. Bin um zig T-Shirts reicher. Abends Party. Wir sind die einzigen die Tanzen. Amerikanische Maedels sind mehr damit beschaeftigt zu schauen, ob der BH richtig sitzt. Kein Witz.
Naechster Morgen. Wieder einkaufen. Nicht wir Maedels wollen dies. Es sind die Herren der Schoepfung. Draenge darauf auch noch etwas von Dallas zu sehen. Will den Ort sehen, wo Kennedy ermordet wurde. Stattdessen: Einkaufszentrum mit ingegrierter Eislaufflaeche. Vier Chilenen in Shorts und T-Shirt auf dem Eis. Ich will keine Laeden mehr sehen. Wir einigen uns darauf spaeter nochmal nach Dallas rein zu fahren. Doch: Zeit ist sehr sehr relativ. Alin und ich warten zu vereinbarter Zeit an vereinbartem Ort. Warten allein. Spaeter treffen ein paar bekannte Gesichter ein. Muessen erst noch etwas essen. Wo sind die anderen? Kein Durchblick mehr. Staendig kommt und geht jemand! Warten. Warum macht man sich eine Zeit aus, wenn man dann doch nicht erscheint? Warten. Wie kann es sein, dass ich warten muss? ICH bin doch diejenige, die sonst zu spaet kommt. Auch "zu spaet sein" ist relativ! Warten. Suedamerikanische und deutsche Kulturstandards (bezueglich der Wahrnehmung von Zeit) stimmen noch weniger ueberin, als ich es ohnehin erwartet hatte. Endlich sind wir vollstandig. Zu spaet nach 2 h warten. Keine Zeit mehr. Kein Dallas. Zurueck nach Norman. Resultat: REALTIV Chaotischer Trip nach Dallas, Aneignung interkultureller Kompetenz inklusive. Verabredungen ueben wir noch! Wann? Naechstes Wochenende. Wo? Texas-Rolling Stones Konzert. Bin relativ gespannt! :)

Monday, October 02, 2006

Der Berg ruft! Kein Auto! Blaue Flecken!

Blick von Mount Scott (2464 ft.) auf den Elmer Thomas Lake

Endlich! Ich war in der Natur! Wichita Mountains - National Wildlife Refuge heisst der schoene Ort, welcher sich im Suedwesten Oklahomas befindet. Und es war soooooo schoen: Herrliches Wetter; Bisons (vormals fast ausgestorben und nun wieder angesiedelt), texanische Langhoerner und Praeriehunde in freier Wildbahn!
Riesige Hamburger, leckerere Desserts, Bauchweh! Bilder gibt es hier. Ich hoffe ihr langweilt euch nicht.. (ja ja, wenn man mir erst einmal eine Kamera in die Hand gibt).

Wir sind im Uebrigen wieder einmal nur dank unserer Gastfamilie an diesen herrlichen Ort gelangt. Ein Auto gibt es naemlich leidernoch immer nicht. Der "Verkaeufer" unseres potientiellen Autos meldete sich naemlich eine sagenhafte halbe Stunde vor unserem vermeintlichen Treffen, um uns folgendes mitzuteilen: "Aaalso, aehm, ...das Auto gehoert eigentlich meiner Mutti und die hat sich HEUTE entschieden, dass sie es doch nicht verkaufen will!" Aha, na gut... was will man dazu sagen... geh' spielen!? :)

Ganz in amerikanischer Tradition verlief auch unser Sonntag! Sprich mit Waffen! Christiani und Alini sind naemlich vielen vielen anderen Chaoten zum Pain(t)ball gefahren. Welch ein Spass! Und welch ein Schmerz! :)

Ansonsonsten sind Alin und ich jetzt der Panam Student Association beigetreten, welche unter anderem beruehmt beruechtigte Partys organsiert :) (Na ja nicht nur, aber es hat von Seiten der Uni wohl schon Beschwerden gegeben, dass sie mehr damit beschaeftigt seien Partys zu organisieren, als sich anderweitig verdient zu machen)! Mitglieder sind hauptsaechlich Suedamerikaner, Franzosen und nun eben auch 2 deutsche Girls! Werde mich wohl demnaechst auch mal der spanischen Sprache widmen.

Jo, dat wars eigentlich auch schon! Bye!

Die sich in Organisationen tummelnde, waffentragende, Hamburger mampfende, amerikanisierte Christiane

P.S.: Mir ist es gelungen eine Aufnahme von einem aeusserst seltenen und vom Aussterben bedrohten Tier zu machen.