Dallas? Relativ.
Die Ueberschrift verraet es. Unser Reiseziel des letzten Wochenendes. Die Reisegruppe: 4 Chilenen, 2 Spanier, 1 Peruaner, 1 Japaner und -natuerlich- 2 crazy German girls! 10 Leute, 2 Autos. Auf geht es. Freitag, 6.10. 2006, 9 Uhr geplante Abfahrtszeit. Geplante! Zeit ist relativ. Das wurde uns gelehrt. Tatsaechliche Abfahrtszeit: 14 Uhr. Das Reisegefuehl: Grossartig. Roadtrip-feeling. Ein paar Huegel. Viele Pferde. Steppe. Nichts. Und trotzdem hat es so gut getan. Viele Autos. Haette auch eine Voelkerwanderung sein koennen. Grund fuer selbige: Footballspiel (University of Oklahoma gegen Erzfeind Texas). Unser persoenlicher Grund mitzuwandern: Raus aus Norman. Verrueckte Amerikaner in Dallas beobachten. Mitmischen. Vorlaeufiges Ziel: Super Motel 8. Wie finden? Keine Karte (selbige ist in dem Auto unserer anderen Mitreisenden). Einmal falsch abgebogen. Resultat. Verloren. Auf dem Highway. Fuer 2 Stunden. Endlich da! Ploetzlich: 3 Polizeiautos naehern sich uns. Die Cops: Koennen vor Kraft kaum laufen. Schaffen es trotzdem bis zu uns. Wollen wissen was wir machen. ????? Die eigentlich Frage waere wohl eher, was die Cops machen. Krass! Wurden gerufen, weil unsere nicht auf dem Highway verloren gegangen Freunde 2 Stunden auf uns gewartet haben. Schoen, dass offensichtlich keine anderen Probleme existieren. Kurz frisch machen. Auf in die City! Dallas! Unglaublich viele Menschen. Trommelfelle werden erheblich strapaziert. Texas Fans schreien Oklahoma Fans an. Oklahoma Fans bruellen zurueck. Wir mitendrin. Warum mache ich so etwas immer wieder mit? Ich muss verrueckt sein. Nehme die Beobachterrolle ein. Die Erkenntnis: Die anderen sind verruecker. Irgendwann: Rueckreise ins Motel. Nein, nicht schon wieder! Lost again! Wieder fuer 2 Stunden auf dem Highway. Ploetzlich Rot-Blaues Licht im Rueckspiegel. Wieder Polizei! Haben durchgezogene Linien ueberfahren! Helfen uns aus unser misslichen Lage. Erklaeren uns, dass wir uns schon nicht mehr in dem abgebildeten Bereich unserer (neu erworbenen) Karte befinden.
Naechster Tag. Spieltag. Wollen das Spiel auf einer Leindwand irgendwo in der Masse anschauen. Denken Alin und ich, bis wir mit unseren Spanisch sprechenden Freunden in einem Nobelviertel von Dallas landen. Was, ihr habt nicht gewusst, dass wir das Spiel hier schauen? Witzig. Natuerlich nicht. Koennte daran liegen, dass selbiges nur in Spanisch besprochen wurde. Aber gut. Diesmal kein Geschrei, dafuer Amerikanisches Nobelleben. Im Wohnzimmer ein Fernseher von ca. 1,5 x 1 m. Wer will kann auch hoch gehen, dort steht der grosse Fernseher! Ahh, ok. Groesse ist auch relativ. Das Haus: Riesig, geschmacklose Eiche rustikal Anbauwaende. Teuer. Eigenes Kino. Pool. Sehr nette Menschen. Bekochen 10 Austauschstudenten, die sie noch nie zuvor in ihrem Leben gesehen haben. Oklahoma verliert. Wir gehen einkaufen. Habe amerikanische Werte wohl wirklich schon internalisiert. Shopping macht gluecklich. Bin um zig T-Shirts reicher. Abends Party. Wir sind die einzigen die Tanzen. Amerikanische Maedels sind mehr damit beschaeftigt zu schauen, ob der BH richtig sitzt. Kein Witz.
Naechster Morgen. Wieder einkaufen. Nicht wir Maedels wollen dies. Es sind die Herren der Schoepfung. Draenge darauf auch noch etwas von Dallas zu sehen. Will den Ort sehen, wo Kennedy ermordet wurde. Stattdessen: Einkaufszentrum mit ingegrierter Eislaufflaeche. Vier Chilenen in Shorts und T-Shirt auf dem Eis. Ich will keine Laeden mehr sehen. Wir einigen uns darauf spaeter nochmal nach Dallas rein zu fahren. Doch: Zeit ist sehr sehr relativ. Alin und ich warten zu vereinbarter Zeit an vereinbartem Ort. Warten allein. Spaeter treffen ein paar bekannte Gesichter ein. Muessen erst noch etwas essen. Wo sind die anderen? Kein Durchblick mehr. Staendig kommt und geht jemand! Warten. Warum macht man sich eine Zeit aus, wenn man dann doch nicht erscheint? Warten. Wie kann es sein, dass ich warten muss? ICH bin doch diejenige, die sonst zu spaet kommt. Auch "zu spaet sein" ist relativ! Warten. Suedamerikanische und deutsche Kulturstandards (bezueglich der Wahrnehmung von Zeit) stimmen noch weniger ueberin, als ich es ohnehin erwartet hatte. Endlich sind wir vollstandig. Zu spaet nach 2 h warten. Keine Zeit mehr. Kein Dallas. Zurueck nach Norman. Resultat: REALTIV Chaotischer Trip nach Dallas, Aneignung interkultureller Kompetenz inklusive. Verabredungen ueben wir noch! Wann? Naechstes Wochenende. Wo? Texas-Rolling Stones Konzert. Bin relativ gespannt! :)


7 Comments:
klingt relativ uncool, ständig warten zu müssen. aber jetzt weisst du, wie es ist, wenn man die wartende person ist :)
hahaha...
hey, hiphop-girl! i want news news news! =)
(wir müssen fonen!!!)
wird mal wieder zeit, etwas niederzuschreiben, herblatt!
aber hallo! ich schliesse mich da joachim an...
jetzt aber echt ma hier - solln das?
mensch jungs, jetzt hackt doch mal net alle auf meiner süßen rum. die ist mit essen beschäftigt! kann man doch verstehen...
frau nachbarin....mal nicht frech werden hier! ich erkenne dich hinter deinen masken! *lol*
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